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Groß, größer, am größten! SCHEUERLE baut die größte Seitenträgerbrücke der Welt für den Straßentransport
Im Dezember 2009 beauftragte die Multilift Gruppe den Spezialfahrzeughersteller SCHEUERLE mit dem Bau einer Seitenträgerbrücke der Superlative. Für den Transport von immer größer werdenden Generatoren und Transformatoren wurde die weltweit größte Seitenträgerbrücke mit bis zu 620 Tonnen Nutzlast innerhalb von kürzester Zeit konstruiert und gebaut. Der erste Transport eines Siemens Transformators findet bereits im November 2010 statt.

Die SCHEUERLE Seitenträgerbrücke auf SCHEUERLE SPMTs.

Die Seitenträgerbrücke auf dem SCHEUERLE Werksgelände.
Zusammen mit den Mitgliedern der Multilift Gruppe wurden erste Gespräche über das Konzept einer Seitenträgerbrücke dieser Größenordnung bereits letztes Jahr geführt. Nach umfangreicher Projektphase erhielt die SCHEUERLE Fahrzeugfabrik dann im Dezember 2009 den Auftrag über den Bau des eindrucksvollen Giganten.
Die Seitenträgerbrücke des Typs STB 1000 verfügt über mehrere Optionen zur Aufnahme von Generatoren und Transformatoren. In Verbindung mit dem Hauptträger wird die Ladung mit Konsolen auf dem Obergurt abgelegt. Alternativ kann die Aufnahme der Ladung über ein zusätzliches Lastgehänge mit Querträgern erfolgen. Das Ladegut kann aber auch ganz ohne die Hauptträger direkt an die Tragschnäbel gekuppelt werden. Außerdem ist sie in der Lage durch zusätzliche Stützfahrwerke die Ladung ohne Kranhilfe aufzunehmen und wieder abzustellen. Flexible Einsatzmöglichkeit bietet die Brücke mit einer Spannweite von 38.220 mm bis zu 47.220 mm Länge – angepasst an die erforderliche Achslinienanzahl der Plattformwagen-Kombination und an die Größe der Ladung. Die Ladebreite der Seitenträgerbrücke kann stufenlos von 2.000 mm bis zu 5.200 mm eingestellt werden, und sich somit der Breite des Ladeguts anpassen. Der Vertikal-Hub der Brücke im Bereich der Lastaufnahme beträgt 1.600 mm. Flexibel, aber nicht nur was Größe betrifft: Die SCHEUERLE STB 1000 kann Generatoren, Transformatoren sowie andere Ladegüter bis zu 620 Tonnen Gewicht aufnehmen und bewegen und ist damit weltweit unübertroffen.
Die SCHEUERLE STB 1000 ist kompatibel mit der SCHEUERLE InterCombi Serie sowie den selbstangetriebenen Modulfahrzeugen (SPMT). Diese können je nach Bedarf mit bis zu jeweils 2 x 20 Achslinien und in 2-, 3-, und 4-file Ausführung zusammengekuppelt werden. Zusätzlich können die eingesetzten Plattformwagen-Kombinationen mit 2 x 4-achs InterCombi Power Booster ausgerüstet werden, um bei Steigungsstrecken – sowohl innerbetrieblich als auch auf öffentlichen Straßen – die Anzahl der Zug- / Schubmaschinen reduzieren zu können. Optional kann der Antrieb der Gesamtkombination auch durch die InterCombi Power Booster Einheiten erfolgen, um das Kombinations-Gesamtgewicht zu reduzieren, was z. B. bei Brückenüberfahrten von Vorteil ist.
Um einen sicheren Transportablauf zu garantieren, stehen dem Bedienpersonal 2 beheizbare Hightech Kabinen für jeweils 2 Personen zur Verfügung. Innerhalb der geräumigen Kabinen befinden sich Bildschirme, über welche, mittels auf die beiden Hauptträger gerichteten Kameras, stetig das Verhalten der Ladung während des Transports überwacht werden kann. Die breiteste Stelle der Gesamtkombination ist somit ständig in direktem Blickfeld.
Jungfernfahrt im November
Den ersten Einsatz mit der Seitenträgerbrücke wird die Multilift Gruppe Anfang November durchführen. Der Transport beginnt im Siemens Trafo-Werk in Nürnberg. Zunächst rollt ein 495 Tonnen schwerer Maschinen-Transformator des Typs TRPM9056 für die Firma Tractebel Engineering – eine Tochtergesellschaft der GDF SUEZ Gruppe – auf 2 x 14 Achsen InterCombi über die Schwerlastroute zum Nürnberger Hafen, dabei gilt es 2 kritische Einmündungen zu meistern. Im Nürnberger Schwerlastkai heißt es für die 13 m lange, 4,30 m breite und 5,10 m hohe Ladung „Roll on“ auf ein Ponton. Über Dordrecht und Delfzijl fährt das Ponton nach Wilhelmshaven. Am Lünebergkai wird die Kombination von 2 x 14 auf 2 x 20 Achsen InterCombi umgebaut. Bis zum Ziel, dem Kraftwerk in Wilhelmshaven, welches von GDF SUEZ betrieben wird, muss die Kombination nun auf öffentlicher Straße und durch die Stadtmitte Wilhelmshavens manövriert werden. Eine Meisterleistung für Mensch und Maschine!



